Musa yunnanensis

 

Yunnan-Banane, Wilde Waldbanane

 

Einer der in den letzten Jahren neu entdeckten Bananenarten in China, wahrscheinlich der Sektion Musa zugehörig. Das ist die eleganteste der Waldbananenarten von Yunnan/China. Sie wächst in tropischen Bergwäldern im Schatten der Bäume und direktes Sonnenlicht schädigt die Blätter, deswegen wächst sie nur im Schatten gut, darauf müssen wir auch in Brasilien achten. Es muss ein heller Platz gewählt werden, also im lichten Schatten, ähnliche Standorte wie Rhododendren. Die Scheinstämme sind weiß bereift. Die Art wird bis 5 Meter hoch und ist einer der Arten für kalte Winter und sogar die Blätter sind bis zu einem gewissen Grad frosttolerant.

 

Die Früchte reifen in der Heimat im Sommer und werden von Vögeln, Fledermäusen und sogar Elefanten gefressen. Es wurde berichtet, dass die Elefanten im Xishuangbanna Naturreservat gerne diese Bananenart fressen. Ganz deutliche Unterschiede zu Musa itinerans sind der bläulichweiß bereifte Scheinstamm und die oberseits bläulich grünen Blätter mit rötlicher Unterseite.

 

Leider haben bisherige Auspflanzversuche gezeigt, dass Musa yunnanensis weniger hart als Musa basjoo ist, ich hatte bereits vor Jahren einen Versuch mit Musa yunnanensis gemacht, die damals fälschlicherweise als Musa itinerans verkauft wurde. Leider überlebte sie nicht. Will man mehr Erfolg haben, sollte man ältere Pflanzen mit teilweise verholzten Rhizomen und Ablegern wählen. Auch mit thermostatgesteuert beheiztem Winterschutz wäre in Deutschland und Europa eine Freilandüberwinterung möglich. Oder sie im Nordherbst ausgraben, sie kühl und trocken bei +5°C überwintern und sie dann im darauf folgenden Nordfrühling wieder auspflanzen. Eine Kreuzung mit Musa basjoo würde ihre Winterhärte verbessern.

 

Unsere Pflanzen wurden von Helton Josué von Frutas Raras aus Samen herangezogen! Aber auch 2 Ableger von älteren Exemplaren brachte mir Helton Josué am 16.09.2009, was mich überraschte, die beiden Ableger waren als Musa 'China' etikettiert, nach meiner Recherche auf der Seite von Frutas Raras stellte ich fest, dass Helton Josué diese Art schon länger erfolgreich in Brasilien kultiviert. Ich pflanzte sie prompt aus, will sie mit Musa basjoo 'Sakhalin' kreuzen versuchen.

 

 

Musa yunnanensis im Kübel (Foto: Wouter Meenhuis, Niederlande) Nahansicht des bläulich weiß bereiften Scheinstammes einer jungen Musa yunnanensis (Foto: Wouter Meenhuis, Niederlande)

 

 

Nahansicht der Blattrückseite von Musa yunnanensis (Foto: Wouter Meenhuis,

Niederlande)

 

 

Ein etwas größeres ausgepflanztes Exemplar von Musa yunnanensis (Foto:

Frank Glavin, USA)

 

 

 

 

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Aktualisert von Joachim Jäck am 03.04.2010